Wird die Oleftalbahn für die Bördestrecke geopfert?
von Manfred Lang








Das Eisenbahnbundesamt widerspricht nach SPD-Angaben den Behauptungen der Kreisverwaltung

Uwe Schmitz und Winfried Hergarten haben neue Erkenntnisse, die für den sofortigen Kauf der Oleftalstrecke sprechen.

Eifel - Mit der Abstimmungsniederlage von SPD und Grünen im Kreis-Planungsausschuss ist der sofortige Kauf der Oleftalbahn Kall-Hellenthal durch den Kreis Euskirchen noch nicht vom Tisch.

Die SPD-Fraktion hat neue Erkenntnisse. Kommenden Dienstag soll ab 16.30 Uhr erneut debattiert und abgestimmt werden - und zwar im Kreistag, dem höchsten Entscheidungsgremium des Kreises.

Nach Gesprächen mit dem Eisenbahnbundesamt, so betonten SPD-Landratskandidat Uwe Schmitz und der SPD-Eisenbahnexperte Winfried Hergarten gestern, müssten gleich mehrere Aussagen der Kreisverwaltung aus dem Planungssauschuss revidiert werden. So sei es keineswegs zutreffend, dass sich der Kreis Euskirchen für einen bestimmten Mindestzeitraum verpflichten müsse, die Eisenbahnlinie Kall-Hellenthal zu betreiben. Es gebe keinen einzigen Präzedenzfall, in dem eine solche Frist vereinbart worden wäre.

Ebenso sei es unzutreffend, dass der Kreis Nachzahlungen leisten müsse, falls er die Bahnstrecke übernimmt, im bisherigen Stil weiterbetreibt, sich dann aber irgendwann entschließt, den Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen einzustellen. Hergarten: „Dem Eisenbahnbundesamt ist von der Möglichkeit solcher Nachzahlungen nichts bekannt, wie sie Landrat Rosenke im Planungsausschuss angedroht hat.“

„Die Summe dieser Aussagen lässt nur einen Schluss zu“, so resümieren Uwe Schmitz und Winfried Hergarten: „Wir können die Strecke ohne großes Risiko jetzt und sofort kaufen und beispielsweise von der Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) im Pachtverhältnis betreiben lassen.“

Kaufpreis, Zins und Tilgung seien ebenso auf den Pachtzins der RSE umlegbar wie umgekehrt Zuschüsse von Bund, Land und Bahn. Die Konditionen für den Kreis seien dann erträglich. Für den nur zwei Kilometer langen Streckenabschnitt Höddelbusch-Schleidener Bahnhof habe die RSE einen Zuschussbedarf des Kreises von unter 1000 Euro pro Jahr ermittelt.

Außerdem verfügt die Kreis-SPD über Informationen, wonach sich die Dürener Kreisbahn und die Deutsche Bahn AG inzwischen über den Verkauf der Bördebahn Düren-Euskirchen handelseinig seien. Und zwar für das Teilstück Düren-Zülpich. SPD-Bahnexperte Hergarten: „Damit steht der Kreis Euskirchen unter Zugzwang, sein Teilstück Zülpich-Euskirchen für 1,2 Millionen Euro zu erwerben.“ Landratskandidat Uwe Schmitz befürchtet nun, dass die Oleftalstrecke Kall-Hellenthal im Wettstreit der zwei zum Verkauf stehenden Eisenbahnstrecken der Bördebahn geopfert wird.








Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger vom 15. September 2004
Archiv: Anton Könen Mechernich









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