Trümmerbahnen
in Köln
Sammlung Jörg Seidel - Rheinisches Industriebahn- Museum e.V. Köln
Schuttabbau in großem Stil
Ein Zeitungsbericht der Kölnischen Rundschau von 1945
Viele zurückgekehrte Kölner haben in den letzten Wochen und Monaten in ihrem eigenen Wohnungsbereich gearbeitet, gemauert und gehämmert. Nun beginnt an zahlreichen Stellen der Stadt das öffentliche Reinemachen im größern Umfange. Das Straßenbauamt der Stadt Köln hat verschiedene Baufirmen mit dieser Aufgabe betreut. Von Straßen und Plätzen soll der Trümmerschutt, der auf vier Millionen Kubikmeter geschätzt wird fortgeschafft werden.
Sülz macht den Anfang
Dieses große öffentliche Reinemachen hat jetzt in Sülz unter Einsatz von Feldbahnen und Baggern seinen Anfang genommen. Mitten in die hohen Schutthalden einer Straße bahnen sich mit lautem Getöse die Raupenketten eines mächtigen Baggers ihren Weg. Der riesige Löffel dieses Baggers, der ein Kubikmeter zu fassen vermag, frißt Stück um Stück aus dem Trümmerhaufen und läßt die Ladung in bereitstehende Loren gleiten. Täglich werden von diesem Bagger 300 Raummeter abgetragen. An anderer Stelle wird im Handbetrieb gearbeitet: in langen Reihen stehen die Arbeiter und füllen die kleinen Wagen. Diesel und Dampflokomotiven ziehen die beladenen Loren davon.
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Ankunft von Feldbahnloren in der Stadt |
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Foto: Kölner Rundschau Sammlung J. Seidel |
Von außen nach innen
Der Kölner würde es vielleicht gerne sehen, wenn zunächst die Innenstadt von den Schutthalden möglichst bald befreit würde. Aber das ist technisch nicht so einfach. Deshalb hat man sich entschlossen, beim Aufräumen der Schutthalden in den Außenbezirken zu beginnen. Wie sich die Äste eines wachsenden Baumes ständig weiterverzweigen, so werden sich die Gleise der Feldbahnen tiefer zum Stadtkern vorschieben und immer mehr verästeln. In dieses System soll auch das Gleisnetz der Straßenbahn einbezogen werden, um von den großen Sammelplätzen der Stadt Neumarkt, Heumarkt und vielen anderen, die Schuttmassen herauszufahren. In der Umgebung Kölns befinden sich noch viele leere Sand- und Kiesgruben, die so aufgefüllt werden. Vorher wird der angefahrene Schutt noch einmal gesichtet und Verwendbares, Eisen, Holz und Ziegelsteine, wird herausgelesen.
Die Arbeiter, zum großen Teil ehemalige Kriegsgefangene, gehen frisch und zuversichtlich an die Arbeit. Es ist zu erwarten, daß ihnen bald in zunehmendem Maße weitere Maschinen und Geräte zur Verfügung stehen werden. Das würde die Arbeit wohltuend erleichtern und die Fertigstellung des großen Aufräumungswerkes beschleunigen.
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Räumung in der Innenstadt mit Deutzlok der Fa. Jean Thissen |
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Foto: Sammlung J. Seidel |
Eröffnung der Schuttsäuberungsaktion
Ein Zeitungsbericht der Kölnischen Rundschau vom 30.4.1946
Gestern morgen, pünktlich 7 Uhr, begann an allen Einsatzstellen der Stadt die Ehrendienst-Schutt-Säuberungsaktion. Wie zu erwarten, war die Beteiligung überall recht gut. Männer, Frauen und Jugendliche, darunter auch bekannte Persönlichkeiten der Stadt, wetteiferten bei bester Laune und im schönsten Frühlingssonnenschein miteinander, die Loren zu füllen.
Oberstleutnant J. M. White,
der Kölner Stadtkommandant und Oberbürgermeister Dr. Pünder besichtigten in Begleitung einiger Herren der Militärregierung und der Stadtverwaltung unter Leitung des Beigeordneten Giesen am Montagnachmittag einige Baustellen. Der Stadtkommandant erkundigte sich eingehend nach dem Fortgang der Arbeiten und vernahm mit Freude, daß die Leistungen alle Erwartungen übertreffen. Zur Eröffnung der Aktion sagte er in deutscher Sprache:
Ich möchte in Anerkennung dieses bedeutenden Ereignisses im Leben eurer Stadt einige Worte an euch richten. Es ist ein wirklich eindrucksvoller Beweis des vortrefflichen Geistes der Bürger von Köln, daß ihr euch einstimmig angeboten habt, an dieser freiwilligen Schuttsäuberungsaktion teilzunehmen, die innerhalb von vier Monaten wohl viel dazu beigetragen haben wird, die schrecklichen Trümmer aufzuräumen, die uns nach allen Seiten hin umringen. Seid eingedenk, daß Köln seinen ehemaligen Ruhm erst dann wieder erlangen kann, wenn seine Bürger entschlossen sind, es in der Tat neu auferstehen zu lassen. Die britische Militärregierung wird alles mögliche tun, um euch in dieser Arbeit zu unterstützen: aber die endgültige Aufgabe liegt bei euch. Im Laufe der vier Monate, dich ich hier in Köln als Militärgouverneur bin, habe ich gelernt, große Leistungen von euch zu erwarten, und ich bin heute fest überzeugt, daß ich in dieser Zuversicht nicht enttäuscht sein werde. Unter allen großen deutschen Städten ist Köln bei weitem die am meisten zerstörte, aber ich prophezeie, daß zukünftige Geschlechter in den bevorstehenden Jahren stets an die gutmütige kameradschaftliche Entschlossenheit denken werden, mit der ihr Kölner von heute die riesenhaften Schwierigkeiten überwandet, die auf euch lasteten. Nun heißt es also vorwärtsschreiten und all eure Kraft, Ausdauer und Begeisterung anwenden, um Köln als die schönste Stadt des neuen Deutschlands wieder aufzubauen.
Oberbürgermeister Dr. Plünder
dankte dem Stadtkommandanten, daß er sich persönlich für den Ehrendienst eingesetzt habe. Auch den Männern und Frauen sowie den Vertretern der Ortsausschüsse sprach der Oberbürgermeister seinen Dank für ihren Einsatz aus. Alle Parteien und Gruppen der Stadtvertretung sagte Dr. Pünder, hätten einstimmig dem Antrag zugestimmt. Er hoffe, daß dies ein symbolischer Start sei und im Leben unserer Stadt Bedeutung gewinnen möge.
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Oberstleutnant
J. M. White mit Oberbürgermeister Dr. Plünder |
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OB Plünder mit Kipplore - 1946 |
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Fotos: Kölnische Rundschau - Sammlung Jörg Seidel |
Stadtkölnisches
Kölnische Rundschau vom 20.11.1945
Mit Lokomotiven und Baggern
Zurzeit sind in Köln 1300 Arbeiter, darunter 250 Frauen, mit der Schuttbeseitigung beschäftigt. Diese Zahl soll auf 2000 erhöht werden. 22 Firmen beteiligen sich mit etwa 55 Lastkraftwagen, 7 Traktoren mit Anhängern und 5 Raupenbaggern. Auf vielen Kilometer Geleisen bewegen sich 144 Loren, von 8 Loks angetrieben, die ihre Schuttladung zu den vorgesehenen Entladeplätzen in die Grünanlagen bringen. Der Einsatz der Straßenbahn dürfte in der nächsten Zeit eine beträchtliche Vermehrung erfahren, denn die jetzt im Dienst befindlichen 16 Straßenbahnzüge erhalten einen Zuwachs von mehreren Kippwagen, die bei einer Kölner Firma in Auftrag gegeben sind.
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Loren waren die ersten Fahrzeuge in den zugeschütteten Straße |
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Foto: Stadtarchiv Köln - Sammlung J. Seidel, Rhein. Industriebahn- Museum e.V. Köln |
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Hohe Straße 1943 |
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Foto: Stadtarchiv Köln - Sammlung J. Seidel, Rhein. Industriebahn- Museum e.V. Köln |
Erst Außenbezirke dann Stadtkern
Die zweite Ehrenschuttaktion gestartet 32 Arbeitsstellen und 16 Schuttbahnen
So kommen sie zu den Sammelstellen: in Kopftüchern und langen Hosen, die Frauen, mit abgegriffenen Mützen, alten Uniformstücken und Halstüchern in den offenen Blusen die Männer. In den mitgebrachten Kochgeschirren klappert der Löffel. Köln enttrümmert rechts- und linksrheinisch an 32 verschiedenen Stellen der Stadt mit 1200 bis 2000 Arbeitskräften je Tag, die das liegt in der Natur des Ehrendienstes täglich wechseln.
Die Schuttentfernung, die im vergangenen Herbst eingestellt wurde ist seit dem 28. April wieder aufgenommen. Konzentrisch arbeitet man sich von den Außenbezirken auf den Stadtkern vor. Viele Vorortbewohner sind bereits mit der Schuttbeseitigung in der Innenstadt beschäftigt. Sie bekunden ihren Dank für das Geschick, das ihre Wohnstätten vor größeren Zerstörungen bewahrte, in der Mithilfe, nun auch das Herz ihrer Vaterstadt in Gang zu setzen.
Welche Ziele sind für dieses Jahr gesteckt? Wir werden Ende 1947 keinen Schutt mehr in den Straßen liegen sehen, wenn die privat aufbauenden Kölner und die noch glücklicheren Wohnungsinhaber nicht wieder Schutt und Abfall aus den Häusern auf die Bürgersteige werfen. Es wird mit einer Schuttbeseitigung von 2,5 bis 3 cbm je Tag und Mann gerechnet. Neben der vom Trümmeramt unabhängig durchgeführten Ziegelsammlung werden auch bei der Ehrenschuttaktion Steine, Eisen und anderes brauchbares Material geborgen.
Wer arbeitet mit? 16 Schuttbahnen, Lastkraftwagen und hunderttausend Hände. Kölner Bürger, die mit einem Schwerzwort auf den Lippen aus allen Bevölkerungsschichten zum Großreinemachen kommen. Vielleicht ruft hier und das die vom Tiefbauamt Abt. Schuttaktion ausgestellte und vom Oberbürgermeister unterzeichnete Arbeitsanweisung: - Sie wollen sich bitte am 6. Mai 1947 um 7 Uhr am Sammelpunkt X einfinden - - -, einen leichten Schrecken hervor ist man erst dabei, geht die Arbeit rasch vonstatten und die Berichte derer, die schon dabei gewesen sind, tun ihr übriges.
Der Arbeitseifer ist allgemein gut., die größte Arbeitsfreude zeigen unsere Frauen. Die Männer neigen ihre Häupter vor dem schwachen Geschlecht, das sich hier als das stärkere erweist. Eine markenfreie, kräftige Suppe wird von den Enttrümmerungsbürgern und bürgerinnen dankbar entgegengenommen.
Und wenn Sie noch mehr wissen wollen, gedulden Sie sich, bis Ihre Vaterstadt bei der nächsten Lebensmittelkartenausgabe auch Ihnen die Aufforderung zu einem Tag Ehrendienst zugehen läßt, dann werden Sie alles selber kennenlernen.
KR Zak
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Eigelstein 1946 |
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Bild: Stadtarchiv Köln ZSB 4/1036/11 - Sammlung Jörg Seidel |
Trümmerverwertung
und Aufbau
Kölnische
Rundschau vom 6.5.1947
Die Arbeit der Enttrümmerung über ihren vorbereitenden Wert hinaus zu einem positiven Element des Aufbaus zu machen, das ist der Sinn der neuen Groß-Trümmerverwertungsanlage, die auf dem ehemaligen Kasernengelände in Köln-Kalk in Betrieb genommen und am Mittwoch von dem Stadtkommandanten Lt. Col. White und Oberbürgermeister Dr. Pünder b besichtigt worden ist.
Von den Schutthalden wandert das Material über ein Förderband in einen Hammerbrecher, wird zerkleinert, sortiert und in einer Mischmaschine mit Zement, Karbitkalk und Wasser zu einer Baustoffmasse verarbeitet. Eine neue für Köln einzigartige Schwingbetonmaschine verfertigt daraus in einem Arbeitsgang 60 Mauersteine in Schwemmsteinformat. Vier Arbeiter verwandeln so täglich 60-80 cbm Schutt in 8000 Steine. Aus dem gleichen Material können Hohlblocksteine, Zwischenwandplatten und die Grundbestandteile der schalungs- und trägerlosen Leipziger Decke, für die gar kein Holz und nur wenig Eisen benötigt wird, hergestellt werden. Die Leistungen könnten durch Zuweisung von nur 20 Arbeitskräften verdoppelt werden.
Der Aufbau dieser Trümmerverwertungsanlage ist der Initiative der Betonbaufirma Heinrich Außem & Co., K.-G., Kalk und der Straßenbau-A.-G. Deutz zu danken, denen das Straßenbauamt Köln-rechtsrh. (Leitung- Baurat Möhring) dankenswerte Unterstützung lieh.
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Blick aus der Salomonsgasse zum Dom |
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Foto: Stadtarchiv Köln ZSB 4/1088/32 - Sammlung Seidel |
Ziegel, Steine, Schrott und Trümmer
Kölnische Rundschau vom 6.5.1952
Weitere 327 cbm geräumt Gefahren in Hausruinen
Auch im ersten Quartal dieses Jahres hat sich die Masse der kölnischen Trümmer um ein beträchtliches verringert. Das Trümmeramt konnte infolge der günstigen Witterungsverhältnisse sein Räumtempo in ungeminderter Stärke fortsetzen und weitere 327 000 cbm Trümmermassen beseitigen.
Nachdem die Baggerräumung im Rheinviertel im wesentlichen beendet ist, werden die restlichen Flächen durch Handarbeit bereinigt. Unter schwierigsten örtlichen Verhältnissen wurde hier im Großeinsatz eine Räumleistung von rund 180 000 cbm in kürzester Zeit durchgeführt und ein Gebiet, das zu vielen Sorgen Anlaß gab, geräumt. Weitere Flächenräumungen fanden u.a. in der südlichen Altstadt, am Marienplatz, entlang den Bächen und in der Umgebung der Mauritiuskirche statt.
An bemerkenswerten Punkträumungen sind zu nennen der Spanische Bau, wo es trotz schwerster, verschachtelter Stahlbetontrümmer möglich war, auf die Erhaltung der alten Bausubstanz Rücksicht zu nehmen. Ein Steinwappen des Kurfürsten Clemens August sowie eine Anzahl alter Werksteinsäulen wurden aus den Trümmern geborgen. Ecke Kaiser-Friedrich-Ufer und Trankgasse erfolgt die Räumung des alten Reichsbahndirektionsgebäudes mit 7000 cbm Trümmermasse. Hierdurch wird nicht nur die Rheinfront wesentlich bereinigt, sondern es wird auch die in Aussicht genommene Verlängerung der Maximinenstraße bis zum Rheinufer gefördert.
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Neumarkt 1948 mit KFBE-Köf |
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Foto:Stadtarchiv Köln ZSB 4/1085/2 - Sammlung Seidel |
Im Zuge des
Wiederaufbaues des Gürzenichs erfolgten größere
Enttrümmerungsmaßnahmen an der Martinstraße, die aus
baulichen Gründen bis auf Tiefkellersohle durchgeführt
werden mußten und infolge umfangreichen Traß- und
mittelalterlichen Zyklopenmauerwerks hohe Anforderungen stellten.
Weitere Fortschritte machte die Enttrümmerung des alten Polizei-Präsidiums in der Krebsgasse. Diese Maßnahme an dem zum Teil total zerstörten Gebäude war aus Sicherheitsgründen notwendig geworden. Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch die bis auf den Bürgersteig auslaufende Treppe, die den Fußgängerverkehr in der Krebsgasse stark behinderte, beseitigt wie in der Rundschau vom 17. April in Versen und mit Bild berichtet.
Die monatlich eingehenden Räumaufträge sowie die durchzuführenden Sicherungsmaßnahmen haben sich zahlenmäßig nicht, dem Umfang nach jedoch wesentlich gesteigert. An wiederverwertbaren Altbaustoffen wurden in der Berichtszeit geborgen: 5 236 000 Ziegelsteine, 363 t Baueisen und 440 t Schrott.
In diesem Zusammenhang muß erneut auf die großen Gefahren hingewiesen werden, die durch unsachgemäßes Abbrechen von Gebäuderuinen, Herausreißen von Trägern sowie unberechtigte Entnahme sonstiger Baumaterialien von Trümmergrundstücken entstehen. Durch dieses strafbare Handeln wird nicht nur die öffentliche Sicherheit gefährdet, sondern auch die Eigentümer werden geschädigt. Es ergeht daher erneut an die Bevölkerung die dringende Bitte, derartige Vorkommnisse unverzüglich zur Anzeige zu bringen. Die Polizei sowie die Stadtverwaltung, Trümmeramt, sind für jeden Hinweis dankbar. Nur durch Zusammenarbeit der Bevölkerung mit den zuständigen Verwaltungsstellen ist es möglich, diesen Diebstählen Einhalt zu gebieten.
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Menk-Bagger In der Innenstadt um 1948 |
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Foto: Stadtarchiv Köln - Sammlung Seidel |
Täglich 4000 cbm Schutt unterzubringen
Kölnische Rundschau vom 14.11.1952
In Köln zum größten Teil Anschüttung Vorhandene und geplante Ablagerungsstätten
Die Frage Was geschieht mit den täglich anfallenden Trümmermassen? ist Problem Nr. 1 der Trümmerbeseitigung. Sie muß laufend so rechtzeitig gelöst werden, daß keine Stockungen in der Abfuhr eintreten können. Unter Zugrundelegung der Räumleistung des vergangenen Jahres von 1,2 Millionen cbm Schutt- und Trümmermassen aller Art fallen durchschnittlich 4000 cbm arbeitstäglich an, die unter möglichst wirtschaftlichen Bedingungen untergebracht werden müssen.
Aufbereitung nur beschränkt
Am erstrebenswertesten ist die Trümmer-verwertung, d.h. die Herstellung von Ziegelsplitt, der ja nach Korngröße zur Fabrikation von Bausteinen, Deckenbalken als Packlage im Straßenbau usw. verwandt wird. Die Hauptschwierigkeit in der Trümmeraufbereitung liegt in ihrer wirtschaftlichen Durchführung, die im wesentlichen von den Absatzmöglichkeiten abhängt. Maßgeblich für die Beurteilung ist der Kostenvergleich der aus der Verwertung gewonnenen Erzeugnisse mit den örtlichen Preisen der traditionellen Baustoffe.
Für Köln ist die Wirtschaftlichkeit einer Aufbereitungsanlage durch die Nähe der Bims- und Kiesgebiete sowie zahlreicher Ziegeleibetriebe nur in beschränktem Maße gegeben. Der weitaus größte Teil der anfallenden Trümmer wird daher nach Aussortierung der wiederverwertbaren Altbaustoffe (Ziegelsteine und Eisen) zur Anschüttung von ausgekiestem Gelände oder von Anhöhen im Zuge der Schaffung von Grünanlagen verwandt. Sehr wesentlich ist hierbei die transportnahe Lage der Ablagerungsstätten, da diese von nicht geringerem Einfluß auf die Räumkosten ist.
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Räumung im Dom mit Schienenkuli Juni 1948 |
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Stadtarchiv Köln ZSB 4/1091/8 Sammlung Seidel |
Mit Beginn des neuen Haushaltsjahres war noch eine Resttrümmermenge von 16,8 Millionen cbm vorhanden. Sie verteilt sich mit etwa 11 Millionen cbm auf den linksrheinischen Raum, während 5,6 Millionen cbm im rechtsrheinischen Stadtgebiet anfallen.
Aus vorstehender Übersicht sind die vorhandenen und geplanten Ablagerungsstätten ersichtlich.
Hauptablagerung bei Vingst
Im rechtsrheinischen Raum dient als Hauptablagerungsstätte das Gelände zwischen Vingster Ring, Frankfurter und Ostheimer Straße. Hier wird unter Ausnutzung des ausgekiesten Geländes die Anschüttung in Form eines langgezogenen, bis 20 m hohen Bergrückens erfolgen, so daß rund 1 250 000 cbm Trümmermassen untergebracht werden können. Die Anschüttung soll später bewaldet und begrünt werden. Für den Stadtteil Mülheim steht die Kiesgrube an der Düsseldorfer Straße mit einem Fassungsvermögen von rund 140 000 cbm zur Verfügung, während die in Holweide und Dellbrück anfallenden Trümmermassen in dem ausgekiesten Gelände an dem Hohenfelder Mauspfad abgelagert werden.
Hauptablagerung Herkuleswiese
Im linksrheinischen Stadtgebiet dient als Hauptablagerungsstätte die am Gleisdreieck liegende Herkuleswiese. Ihre transportnahe Lage zum Stadtkern wirkt sich besonders günstig aus. Die Planung sieht dort die Unterbringung von 1,5 Millionen cbm Trümmermassen vor. Unter Erhaltung einer 40 000 qm großen Wiesenfläche erfolgt die Anschüttung entlang des Eisenbahndammes bis zur
Subbelrather Straße in Höhe von 25 m zur Eisenbahndammkrone bzw. zum Wiesengelände langsam abfallend und im nördlichen Teil bis zu 30 m Höhe ansteigend. Von hier aus bietet sich ein überraschender Blick auf das gesamte Stadtgebiet. Das Gelände wird nach vollzogener Begrünung eine schöne Erholungsstätte für die Bewohner der Innenstadt und der anliegenden Vororte. Weiterhin steht eine Kiesgrube Ecke Luxemburger und Militärringstraße mit 200 000 cbm Fassungsvermögen zur Verfügung. Für den südlichen Stadtteil fehlt zur Zeit jegliche transportnahe Unterbringungsmöglichkeit.
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Marzellenstraße 1947 |
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Stadtarchiv Köln ZSB 5/1037 - Sammlung Seidel |
Sportgroßanlage Akazienweg